


Heimatkunde
Was bedeutet eigentlich "Truso"?
(Günter Mauter)
Wenn man von Elbing spricht taucht auch immer wieder der Name "Truso" auf. Was steckt eigentlich hinter diesem Namen, der ein wichtiger Teil unserer Geschichte ist?
Bei uns in Schleswig-
"Nun", werden Sie fragen, "was hat das mit Truso zu tun"? Die Antwort lautet: "Haithabu und Truso haben einst miteinander Handel getrieben"! Und in der Nähe von Truso entstand unsere Heimatstadt Elbing!
Kunde von der Stadt und dem Handelsort Truso hinterließ uns ein Seefahrer namens
Wulfstan, dessen Bericht aus dem Jahre 890 über seine Fahrt nach Truso im britischen
Museum in London aufbewahrt wird. Wulfstan, ein Angelsachse, fuhr mit seinem Schiff
7 Tage (und Nächte natürlich) lang unter Segeln von Haithabu aus nach "Ostland".
In seinem Bericht heißt es auszugsweise, "dass alles Land auf Backbord zunächst dänisch
gewesen sei, dann käme Bornholm (die alte Heimat der Burgunder), das einen eigenen
König besäße und dann die schwedischen Länder. An Steuerbord hätte das Wendland bis
Weichselmünde gelegen…". Die Weichsel schilderte Wulfstan als großen Strom, der in
das 15 Meilen (1 Seemeile = 1852 m) lange Estmeer -
Als Elbing im Jahre 1237 vom Deutschen Orden gegründet wurde, war von dem Handelsort
Truso noch keine Rede oder keine Rede mehr. Offensichtlich fanden die Stadtgründer
keine erwähnenswerten Spuren dieser Stadt vor. Erst sehr viel später (um 1598) kam
Wulfstans Reisebericht ans Tageslicht und gab den Experten große Rätsel auf. Der
Geschichtsschreiber Christian Hartknoch hat Truso in seiner Preußen-
Wo aber genau lag Truso? Bei der Suche nach der Örtlichkeit kamen sogar Danzig und
Dirschau anfangs in die engere Wahl, das alte Truso zu sein. Aber nirgendwo sind
die Funde aus der "Wulfstan-
Vor allem die Elbinger Höhe war zu frühen Zeiten ein beliebter Siedlungplatz. Prähistorische Forschungen wurden allerdings erst nach Gründung der Elbinger Altertumsgesellschaft (1873) durchgeführt.
Menschliche Spuren sind im Raum Elbing seit der mittleren und jüngeren Steinzeit nachweisbar (also vom Ende der Eiszeit bis etwa 2000 v. Chr.). Besonders ergiebig waren Ausgrabungen von Professor Dr. Dorr für die Bronzezeit (2000 – 800 v. Chr.). Im ganzen heutigen Stadtgebiet, aber auch gesamten Elbinger Umland wurden zu allen Zeiten immer wieder aus unterschiedlichen Epochen Siedlungsreste und Gräber gefunden, die stets die Vermutung nahe legten, dass hier oder dort doch Truso gewesen sein müßte (z.B. in Maibaum!) oder könnte. Auf der Elbinger Höhe wurden besonders viele Ausgrabungen erfolgreich durchgeführt
Noch 1936/37 fand man im südlichen Stadgebiet Elbings ein skandinavisches Gräberfeld:
Beim Bau der Schichausiedlung Trettinkenhof wurde dieses Feld entdeckt. Die dort
gefundenen wikingischen Grabausstattungen, Frauenschmuck und Waffen stammten zweifellos
aus der Zeit, von der Wulfstans Bericht handelte. Dieses Feld legte auch bei Dr.
Neugebauer die Vermutung nahe, der Handelsplatz Truso hätte im heutigen Stadtgebiet
gelegen. Dr. Werner Neugebauer, Archäologe und letzter Direktor des Städtischen Museums
stellte damals fest: "...daß die am Wasser gelegene Siedlung, deren genaue Lage noch
unbekannt ist, gotländisch-
Nun darf man beim Anblick des heutigen stark verlandeten Drausensees auf keinen Fall Vergleiche ziehen mit der Ausdehnung des Gewässers, wie es einst war. Die heutige Wasserfläche des Sees dürfte nicht einmal ein Zwanzigstel der damaligen Fläche darstellen. In der von Wulstan geschilderten Zeit (aber auch noch in der Zeit, als unsere Stadt gegründet wurde) reichte der Drausensee bis in die heutige Stadt Elbing hinein. Nicht nur Sorge, Thiene und Fischau flossen in den See, sondern auch die Nogat!! Auch das Frische Haff hatte seinen Ausgang nicht bei Pillau, sondern bei Danzig. Außerdem gab es wohl auch bei Kahlberg ein weiteres Tief. Im Weichseldelta veränderte sich damals auch ständig der Lauf der Flüsse und führte, da jede Art von Deichung noch fehlte, zu Hochwassern in der Niederung.
Heute planen die interessierten Kreise, wie die polnische Truso-
Vorerst findet der interessierte Besucher Elbings hinter der Hl. Geist-
In Elbing gab es die Truso-
GGünter