Kirche und Friedhof zu Zeyer in Ellerwald Krs. Elbing
Einweihung des Gedenksteins am 22. August 2009
Es war ein freundlicher Spätsommertag, als sich etwa 80 Menschen auf dem Nogatdamm
nahe der neuen Brücke zwischen Zeyer und Ellerwald eingefunden hatten. Der kürzlich
aufgestellte Gedenkstein, der an die Kirche zu Zeyer sowie an den Friedhof und die
dort ruhenden Vorfahren erinnert, sollte hier eingeweiht werden. Die „Gesellschaft
der Deutschen Minderheit Stadt und Kreis Elbing“ hatte - in Abstimmung mit Ewald
Frost von der Dorfgemeinschaft Ellerwald - eingeladen und ein feierliches Programm
vorbereitet.
Als Gäste konnten begrüßt werden:
- Frau Genowefa K w o c z e k, Bürgermeisterin des heutigen Kreises Elbing-Land
- Herr Vizekonsul Fensterseifer, Kulturreferent des deutschen Generalkonsulats
Danzig
- Herr Pfarrer P l i c h, Pfarrer der evangelischen Gemeinde Elbing
- Frau Grazyna W o s in s k a, Dziennik Elblaski (Elbinger Presse)
Des weiteren waren Mitglieder und Freunde der „Deutschen Minderheit“ unter Leitung
der Damen Rosemarie Konkowski, Regina Czymbor und Hilda Sucharska anwesend. Dazu
gehörte auch Herr Henryk Alm, der die gärtnerische Anlage um das Denkmal gestaltet
hatte.
Aus Deutschland waren 22 Mitglieder der Dorfgemeinschaft Ellerwald per Bus angereist,
verstärkt durch einige privat Angereiste und Urlauber. Offensichtlich waren auch
ein paar Personen unter den Gästen, die heute in der näheren Umgebung des ehemaligen
Friedhofs wohnen.
Unter dem Signal eines Solotrompeters enthüllte Ewald Frost symbolisch den Gedenkstein,
in dem er eine schwarz-rot-goldene Schleife entfernte. Die Europa-Hymne, von einer
Solotrompete feierlich gespielt, leitete in das weitere Programm ein. Drei Blumengebinde,
jeweils von der Kreisverwaltung Elblag, der Deutschen Minderheit Elbing und der Dorfgemeinschaft
Ellerwald, wurden vor dem Stein niedergelegt. Nach der Begrüßung durch Ewald Frost
vollzog Pfarrer Plich die Einsegnung mit einer kurzen Ansprache und dem Gebet. Unter
Trompetenbegleitung wurde das Lied „Großer Gott, wir loben Dich . . . “ gesungen
(zweisprachig). Die Begrüßung, die Worte des Pfarrers, sowie auch die folgenden Ansprachen
wurden in die jeweils andere Sprache übersetzt.
von links nach rechts: Günter Karsten, Karl Paetsch und Ewald Frost
Den Dankesworten von Ewald Frost im Namen der ehemaligen Bewohner, die sich der Kirche
Zeyer verbunden fühlen, folgten Grußansprachen von Frau Rosemarie Kankowski für die
Deutsche Minderheit in Elbing, von Frau Bürgermeisterin Genowefa Kwoczek und von
Herrn Vizekonsul Fensterseifer, die auf unterschiedliche Weise ihre Anerkennung und
die Zu-stimmung ausdrückten, dass dieser Friedhof und der Ort der ehemaligen Kirche
vor der Vergessenheit bewahrt werden. Ein zum Thema „Nogatdelta und Kirche Zeyer“
eigens für diese Feier verfasster und bei der Anreise im Bus geprobter Gesang konnte
– dank der eingängigen Melodie - auch von einigen der Gästen mitgesungen werden.
Zum Abschluss fasste Günter Karsten noch einmal zusammen, welche Entwicklung dieses
Projekt von der ersten Idee im Jahre 2001 bis zu dieser Einweihungsfeier 2009 genommen
hat. Die Schritte und Hürden auf diesem Weg waren vielfältig, und der Dank an alle,
die geholfen haben, wurde darin zusammengefasst. Nochmals sollen hier genannt werden:
- die Damen und Herren der heutigen Kreis-Verwaltung in Elbing, die die Genehmigung
erteilt und später Büsche und Pflanzen für die Umrandung gestiftet haben; und die
auch ihre Zusage gegeben haben, die künftige Pflege dieser Gedenkstätte zu unterstützen.
- die Damen im Leitungsteam der Deutschen Minderheit, die unermüdlich die Verbindungen
geknüpft, Verhandlungen geführt und Unterstützung gegeben haben.
- Ewald Frost, der mit viel persönlichem und materiellem Einsatz das Projekt vorangetrieben
und von Anfang bis heute sich voll für das Gelingen eingesetzt hat.
Ewald Frost erhielt von Günter Karsten eine URKUNDE in Anerkennung seiner Leistung.
Mit der Weihe des Steins unter dem Stichwort „ F R I E D E N “ und unter dem Klang
der Europa-Hymne endete die Feier an der Nogat gegenüber dem ehemaligen Dorf Zeyer.
Viele Gäste folgten anschließend der Einladung zu Kaffee und Kuchen in das Vereinshaus
der Deutschen Minderheit in Elbing. - Auch dafür „Herzlichen Dank!“
Für die künftige Pflege des Denkmals und seiner Umgebung sind bereits gute Ansätze
vereinbart. Unterstützung dafür ist über das Spendenkonto Nr.: 1375024189, BLZ 37050299
(KSK-Köln) möglich!
Karl Paetsch / Ewald Frost